Sonntag, 24. Dezember 2017

Zu Weihnachten



Liebe Leserinnen und Leser,

ich möchte mich bei Euch allen für das große Interesse bedanken, das meine Blogs immer wieder finden – Rat, Zuspruch und Kritik inklusive.

Vielleicht kann ich Euch etwas von der Stimmung vermitteln, die beim Adventskonzert am 3.12.17 in der Pörnbacher Kirche herrschte. Für den erkrankten Pater Franz Purainer durfte ich die Rolle des Sprechers übernehmen. Zusammen mit dem Chor und den Instrumentalisten entstand eine geradezu magische Stimmung.


Höhepunkt war für mich die Interpretation der Jazz-Ballade „Stardust“ von Hoagy Carmichael durch Bettina Kollmannsberger am Akkordeon und Karin als Sängerin.



Im Text von Mitchell Parish heißt es (in deutscher Übersetzung):

Du wanderst den Weg hinab und ganz weit weg
hinterlässt mir einen Song, der nicht vergeht.
Liebe ist nun der Sternennebel von gestern,
und die Musik der vergangenen Jahre ist vorbei.

Manchmal frage ich mich,
warum ich die einsame Nacht damit verbrachte,
von einem Lied zu träumen.
Die Melodie verfolgt mich im Traum,
und ich bin wieder ganz bei dir.

Und obwohl ich vergeblich träume,
wird sie in meinem Herzen bleiben,
die Melodie vom Sternenstaub,
die Erinnerung an die Wiederkehr der Liebe.

Die Lesebeiträge hatte meine Frau Karin herausgesucht. Die von den Sängern und Musikern erzeugte Stimmung half mir sehr beim Vortrag. Zudem beeindruckte mich die Mischung bekannter „Klassiker“ mit modernen Texten. Mein Lieblingsgedicht möchte ich Euch vorstellen:  

Heinrich Heine: „Altes Kaminstück“

Draußen ziehen weiße Flocken
Durch die Nacht, der Sturm ist laut;
Hier im Stübchen ist es trocken,
Warm und einsam, stillvertraut.

Sinnend sitz‘ ich auf dem Sessel,
An dem knisternden Kamin,
Kochend summt der Wasserkessel
Längst verklungne Melodien.

Und ein Kätzchen sitzt daneben,
Wärmt die Pfötchen an der Glut;
Und die Flammen schweben, weben,
Wundersam wird mir zumut.

Dämmernd kommt heraufgestiegen
Manche längst vergessne Zeit,
Wie mit bunten Maskenzügen
Und verblichner Herrlichkeit.

Schöne Fraun mit kluger Miene,
Winken süßgeheimnisvoll,
Und dazwischen Harlekine
Springen, lachen, lustigtoll.

Ferne grüßen Marmorgötter,
Traumhaft neben ihnen stehn
Märchenblumen, deren Blätter
In dem Mondenlichte wehn.

Wackelnd kommt herbeigeschwommen
Manches alte Zauberschloss;
Hintendrein geritten kommen
Blanke Ritter, Knappentross.

Und das alles zieht vorüber,
Schattenhastig übereilt –
Ach! da kocht der Kessel über,
Und das nasse Kätzchen heult.

Fotos: Arne Grunau


Allen Lesern wünsche ich ein schönes Weihnachtsfest und alles Gute im Neuen Jahr!

Euer Gerhard

P.S. Ach ja... und so spielt Hugo Strasser "Stardust":

 

Dienstag, 28. November 2017

Note Drei vom Rezensenten



Ich muss gestehen, dass ich den Pressebericht über meinen Auftritt in Reichertshausen mit Sorge entgegensah – dass er kommen würde, war klar, da ein heftig fotografierender Reporter anwesend war.

Immerhin ein Fortschritt gegenüber meiner öffentlichen Vorstellung Anfang des Jahres im Pfaffenhofener „Haus der Begegnung“ sowie meinen beiden Shows auf der Gartenschau Mitte des Jahres: In beiden Fällen gingen diese spurlos an den Zeitungslesern vorüber. Dafür nun gleich zwei Artikel hintereinander, toll!

Und – auch das muss man in der Lokalberichterstattung hoch anerkennen: Mein Name war richtig geschrieben – und selbst bei dem meiner Frau war lediglich ein Bindestrich zu viel. Das zeugt vergleichsweise von Qualität! Wer sich einmal das übliche Elend antun will:

Was mich jedoch wirklich beeindruckte: Im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen, die sich in den über 30 Jahren Zauberei textlich an mir versucht haben, fiel Hans Steininger vom Pfaffenhofener Kurier tatsächlich auf: Bei mir ist die Moderation mindestens ebenso wichtig wie der Zaubereffekt! „Der Zauberer verbindet seine Tricks mit launigen Texten, mal voller Poesie, mal zeitkritisch, satirisch oder mit Eigenironie.“ Endlich hat’s mal einer kapiert – dass ich das noch erleben darf…

Daher zitiert der Kritiker auch viel aus meinen Vorträgen, was ihm – journalistische Binsenweisheit – einen Großteil eigener Formulierungen erspart. Der Rest besteht weitgehend aus Schilderungen von magischen Abläufen: Fertig ist der Artikel!

Aus langer Erfahrung weiß ich natürlich, dass die Klischees zum Thema Zauberei in Journalistengehirnen geradezu festgetackert sind – und wenn man dann noch ehemaliger Lehrer ist, wird es nicht besser. Klar, Zauberei ist halt ein „alter Hut“: „So werden Tricks, die wohl jeder schon mal gesehen hat, erträglicher.“ Nun bespricht Hans Steininger beispielsweise auch Kirchenkonzerte in Pfaffenhofen und dürfte somit wohl schon öfters Aufführungen des „Messias“ oder des „Weihnachtsoratoriums“ (vielleicht auch nur eine „Missa brevis“) rezensiert haben. Auch da kommt es halt drauf an, wie man das alte Zeugs, das wohl jeder schon einmal gehört hat, interpretiert und es so vielleicht „erträglicher“ macht…

Nein, ich weiß schon, das ist ja Hochkultur im Gegensatz zu einer der ältesten Künste der Menschheitsgeschichte, welche mit Maja sogar über eine eigene Muse verfügt. Aber die küsst halt auch nur denjenigen, welcher sich ihr mit dem nötigen Respekt nähert…

Aber wir Amateur-Kleinkünstler (Feuerschlucker, Bauchtänzerinnen und Zauberer) sind ja schon froh, überhaupt in der Zeitung vorzukommen. Und immerhin lautete das Gesamturteil: „Insgesamt ein kurzweiliges Programm, dessen Zaubereien zwar wenig spektakulär waren, das aber Spaß bereitete.“

Insgesamt also ein „Brav, brav“ im Bereich der Note „befriedigend“ – und woher sollen Schulterklopfer denn kommen als von oben?

Hier die gesamte Besprechung:  
http://www.donaukurier.de/lokales/pfaffenhofen/Reichertshausen-Zauberei-und-Zeitkritik;art600,3604197